Hintergrund des Resettlement
Eskalierende Konflikte, politische oder wirtschaftliche Krisen zwingen jährlich viele Tausend Menschen ins Ausland. Fast immer sind es wirtschaftlich eher schwache Nachbarländer, die in kurzer Zeit die Aufnahme zehn- oder gar hunderttausender Flüchtlinge organisieren müssen. Die Lebenssituation der Flüchtlinge in Notunterkünften bleibt dann oft über Jahre schwierig.
Als oberste Priorität aller Beteiligten gilt es, Frieden und wirtschaftliche Stabilität in Krisenregionen wiederherzustellen. Damit langfristig Niemand mehr einen Grund haben muss, aus seiner Heimat zu fliehen.
Da jedoch, wo Flüchtlinge nicht mehr in ihr Heimatland zurückkehren und auch nicht im Nachbarland Fuß fassen können, sieht internationales Recht eine Neuansiedlung (Resettlement) in anderen Ländern vor. Würden sich alle EU-Staaten inklusive Deutschland hieran beteiligen und Flüchtlinge etwa in der Größenordnung aufnehmen wie Schweden es bereits tut (jährliche Quote 1.900), dann könnte die EU jährlich 100.000 Resettlementplätze zur Verfügung stellen – so fasste es jüngst der europäische Flüchtlingsrat ECRE zusammen. Resettlement als wichtiger Lösungsansatz der weltweiten Flüchtlingsproblematik kann und darf natürlich das Asylrecht nicht ersetzen, sondern soll es ergänzen.

